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Thema: "Die letzten Ihrer Art - Bedrohte Tiere aus bedrohten Hölzern"
 
Viele von uns sind mit den Tierfiguren aus den Grimmschen Märchen aufgewachsen.
Sie hatten einen magischen Zauber an sich.
Der Wolf war tot, der Hase wird es auch bald sein.
Sind wir von der Natur wirklich getrennt?

„Wie reich ist diese Erde an kleinen guten vollkommenen Dingen, an Wohlgeratenem!“
(Nietzsche)
 
Ist nicht jedes Tier, jeder Fisch, jede Pflanze – wohlgeraten?
Zum Staunen schön?
Sind wir nicht auch – wohlgeraten?

Zerstörung führt zu Neuem, Leid zum Wunsch nach Schönheit.
Wir sind in der Lage, das Schöne in der Welt zu erkennen und zu erhalten.
Vieles ist bedroht.
Auch viele Menschen sind noch immer bedroht von existenziellen Notwendigkeiten.
Wir wissen davon.
Manche Pflanze, manche Tierart ist im Verlaufe der letzten Jahrhunderte durch menschlichen Einfluss ausgestorben,
ganze Ökosysteme sind in ihrer Existenz gefährdet.
Bildquelle: http://www.scinexx.de/redaktion/wissen_aktuell/bild13/oelsand3g.jpg Stand:13.6.2017, 11.35Uhr
Viele hervorragende Menschen handeln bereits.
Es sind zu wenige.
Warum handeln wir nicht alle umgehend?
Ich möchte darauf aufmerksam machen, wieviel Schönheit, wieviel Leben durch unser Zutun bedroht ist.
Wir können alte Gewohnheiten ändern, Liebgewonnenes nach und nach aufgeben.
 
Seit dem Beginn meiner künstlerischen Arbeit, schon seit der Kindheit, zeichne und schaffe ich Tierfiguren.
Natur und Kreatur sprechen zu mir von einer in ihnen verborgenen Absicht.
Das Material „Holz“ eignet sich durch Ursprung, Zeichnung und Textur auf besondere Weise dazu,
eine an sich starre Form lebendig wirken zu lassen. Tropenholz symbolisiert Bedrohtheit und Schönheit auf einzigartige Weise.
Welcher Aufwand wurde und wird betrieben, um die seltenen und mächtigen Ursprungsbäume zu schlagen!
Welche Zerstörung wird dafür in Kauf genommen!
Bildquelle: http://www.geostef.de/images/borneopics/miri10.jpg Stand:13.6.2017, 11.40Uhr
Natürlich kennen wir die Bilder riesiger gerodeter Waldflächen im tropischen Südamerika oder die Schneisen der Verwüstung,
um Zugang zu Rohstoffen zu erlangen.
Bildquelle: http://blogs.taz.de/latinorama/2015/04/20/peru-wie-der-regenwald-zum-palmengarten-wird/  Stand:13.6.2017, 15.10Uhr
Tatsächlich sind manche Tropenhölzer wunderschön und spektakulär (CITES I, II).
Aber das Verschwinden von natürlichen Flächen in Mitteleuropa oder Wiederaufforstung durch schnell wachsende Arten zur
industriellen Nutzung bedroht eben auch manche Baumart, die hier seit Jahrtausenden heimisch ist und deren Holz früher
auch eine wirtschaftliche Bedeutung hatte.
Hierüber geben Studien des Bundesamtes für Landwirtschaft und Ernährung Auskunft.
 
 
Auch wenn inzwischen mancher Forst in Mitteleuropa nachhaltig bewirtschaftet wird,
bleiben gerade in Deutschland Baumsorten gefährdet, die hier eigentlich seit Jahrtausenden heimisch sind.
Monowaldkulturen verdrängen diese.
 
Ich will die Schönheit der ursprünglichen Natur zeigen, sie den Menschen näher bringen, damit sie erhaltenswert erscheint.
Ich will sie nicht kopieren, sondern durch meine Arbeitsweise und Formgebung etwas Zeitloses schaffen, ohne Geste und Pose.
 
„Stellt kleine gute vollkommene Dinge um Euch, ihr höheren Menschen! Deren goldene Reife heilt das Herz.
Vollkommenes lehrt hoffen.“ (Nietzsche)
 
Ich will nicht noch ein Tier als Kunstwerk abbilden.
Ich will nicht brüllende Hirsche oder steigende Pferde in tiefer Versenkung schnitzen.
Das konnten, können Andere.
Ich will nicht steinerne Götzen oder bronzene Abgüsse.
Holz verwittert, vergeht, ist durch Feuer bedroht.
Ich will mit großem Aufwand und lauter Geste das schöne Lebewesen neu schaffen und aus eigenem Antrieb
-weil ich es kann- absichtsvoll zerstören und dadurch überhöhen.
 
Weil es dann mehr ist als ein Abbild. Vergänglich
 
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Wir sind die Nachgeborenen.
Wir sind den finsteren Zeiten tatsächlich entronnen.
Der Boden ist bereitet für Freundlichkeit:
Wir machen das Licht an, wann wir wollen.
Wir sprechen, wie wir wollen.
Wir essen, was wir wollen.
Wir gehen, wohin wir wollen.
Wir wissen alles, was wir brauchen.
Aber:
Es bleibt nur noch kurze Zeit, dem Menschen eine Zukunft zu erhalten.
Bevor es richtig dunkel wird auf der Erde für den Menschen.
So viel Schönes geht verloren!
Whitman fragt:
What is this separate Nature, so unnatural?
What is this Earth, to our affections?
(Was ist diese entfremdete Natur, so unnatürlich?
Was ist diese Erde für unser Empfinden?)
 
Ich möchte mit meiner Arbeit Gefühle für diese Erde auslösen.
Mensch und Natur ein Stück verbinden.
 
Inspiration fand ich zusätzlich in Brechts " AN DIE NACHGEBORENEN"
 
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Warum tun wir nicht das Richtige?
Sind wir zu bequem?
Haben wir denn keine Kinder, Enkel?
 
Ich will die Schönheit zeigen.
Ich will die Bedrohung durch Menschenwerk sichtbar machen.
Ich will für meine Kinder handeln.
 
Ich möchte nicht nur eine weitere Kunstausstellung machen.
Ich möchte zum Nachdenken, zum Handeln anregen.
Menschen, die Lösungen suchen und anbieten zusammenführen.
An meinen kleinen, großen, schönen Objekten.
 
 
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Mich haben Dokumentationen über die Arbeit des Alexander von Bismarck sehr beeindruckt.
 
Auch „Chasing Ice“ von James Balog lässt keine Zweifel offen.
 
Der Film „Tomorrow“ zeigt auf anregende Weise Lösungen auf.
Wieviel Zivilcourage bringe ich auf?
Welchen Einsatz können wir, kann ich bringen, um unseren, meinen Anteil zu leisten?
 
Wir sind nicht Noam Chomsky oder E.O. Wilson.
Aber ich möchte im Rahmen meiner Möglichkeiten auf meine Weise einen Beitrag zu Erhaltung der Erde,
wie wir sie kennen, leisten.